Hamja Ahsan

Hamja Ahsan arbeitet als Künstler, Schriftsteller, Kurator und Aktivist, wobei die Grenzen zwischen seinen verschiedenen Tätigkeitsfeldern stets fließend sind. Er befasst sich mit Staatsverbrechen, mit der gegenwärtigen Islamophobie, der Unterdrückung bürgerlicher Freiheiten während des sogenannten War on Terror und mit Solidarität gegenüber Gefangenen.

Hamja Ahsan mit einem Glas und Buch in der Hand.

Hamja Ahsan bei Introvert Activism and the Resistful Unseen, Buchpräsentation, PrintRoom, Rotterdam, 2019, Foto: Florian Cramer

Seine Praxis umfasst konzeptuelles Schreiben, den Aufbau von Archiven, Performances, Video- und Soundarbeiten sowie die Herausgabe von Zines. Sein fiktionales, satirisch-spekulatives Buch Shy Radicals: Antisystemic Politics of the Militant Introvert entwirft die Utopie einer politischen Bewegung für ruhige, schüchterne, unbeholfene und autistische Menschen gegen eine neurotypisch extrovertierte hegemoniale Weltordnung. Für die auf Shy Radicals basierende künstlerische Arbeit Aspergistan Referendum erhielt Ahsan den Großen Preis der Ljubljana Biennial of Graphic Arts 2019. Das Buch wurde in Zusammenarbeit mit Regisseur Tom Dream von Black Dog Films, einer zur Ridley Scott Creative Group gehörenden Produktionsfirma, verfilmt. Die Adaption ist derzeit auf zahlreichen internationalen Filmfestivals zu sehen. Ahsan ist Gründer und Co-Kurator von DIY Cultures, einem Festival für Zine-Subkulturen und kreativen Aktivismus, er leitet ein Projekt zur Bedeutung von Zines für die Hillsborough Justice Campaign, die gegen einen der größten polizeilichen Vertuschungsskandale in der Geschichte Großbritanniens kämpft, und er ist Mitglied der Redaktionsleitung von Asylum, einem radikalen Magazin für psychische Gesundheit. Für seine Kampagne Free Talha Ahsan gegen Auslieferung und Inhaftierung ohne Gerichtsverfahren im Zuge des War on Terror stand er auf der Shortlist für den Liberty Human Rights Award.

Sein künstlerischer Beitrag zur documenta fifteen bedient sich volkstümlicher Ikonografie und Humor, um die Risse aufzuzeigen, die durch soziale Ausgrenzung entstehen – in diesem Fall in Bezug auf Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit. Ahsan setzt ein eigenes Universum konkurrierender Halal-Frittierhähnchenimbisse in die Welt. Seine Franchise-Unternehmen sind ausgerüstet mit LED-Beschilderung. Diese werden an acht der documenta fifteen Ausstellungsorten gezeigt. Außerdem zeigt er seine neue, fortlaufende Serie von Khutbah-Videos (islamische Predigten) über Brathähnchen, Theologie und Politik mit dem Titel Theological Positions around Fried Chicken auf den Social-Media-Plattformen der documenta fifteen. Hinzu kommen Podiumsdiskussionen als Teil des lumbung-Programms.

Ahsans künstlerische Projekte waren auf dem NY Art Book Fair im MOMA PS1, in der Tate Modern, London, auf der Gwangju Biennale, dem Shanaakht-Festival, Karachi, und im Zentrum für zeitgenössische Kunst im Schloss Ujazdowski, Warschau, zu sehen. 2020/21 war Ahsan Artist-in-Residence der Jan van Eyck Academie in Maastricht. Er lebt und arbeitet in London.

Eingeladene Akteur*innen

Zahedi Abbas
Uddin Ala
Bullivant Cerie
Yusuf-Pankhurst Hodan
Dawud Nadeem
Barylo William

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