Trampoline House

Das Trampoline House (Kopenhagen) wurde 2010 von einer Gruppe von Künstler*innen, Kurator*innen und Aktivist*innen, die sich für die Rechte von Geflüchteten einsetzen, sowie Asylbewerber*innen als Gegenentwurf zur dänischen Einwanderungs- und Asyl- und Flüchtlingspolitik gegründet.

Modenschau im Trampoline House anlässlich des neunten Jahrestages des Bestehens 2019. Das Foto zeigt einen im Flur improvisierten Laufsteg auf dem eine fröhliche dunkelhäutige Frau ein weißes traditionelles Gewand trägt. Die Zuschauer:innen und Kinder klatschen oder Filmen mit ihren Smartphones.

Trampoline House, Modenschau im Trampoline House anlässlich des neunten Jahrestages des Bestehens, Kopenhagen, 2019, Foto: Lars Vibild

Mehr als zehn Jahre lang war es ein Ort, an dem Menschen, die vor Krieg, Armut oder Menschenrechtsverletzungen flüchten mussten, die Möglichkeit der Partizipation in ihrem neuen Gastland eröffnet wurde und wo sie zugleich wieder ein Gefühl von Zugehörigkeit entwickeln konnten. Ende 2020 musste das Trampoline House aufgrund fehlender Finanzierung dauerhaft schließen.

Das Trampoline House bot Rechtsberatung, Sprachkurse, Koch- und Reinigungspraktika, Berufsberatung, Programme für Frauen und Kinder, Workshops, Gesprächsrunden, Kunstausstellungen sowie wöchentliche interne Treffen, in deren Rahmen Mitglieder und Mitarbeiter*innen Neuigkeiten austauschten oder dringende Probleme bezüglich des Hauses und der Situation von Geflüchteten besprachen. Jede Woche kamen hunderte von Geflüchteten, Migrant*innen und Asylbewerber*innen sowie anderen dänische Bürger*innen zusammen, um als Teil dieser einzigartigen Gemeinschaft an den angebotenen Aktivitäten teilzunehmen und sich für den Betrieb des Hauses oder die Rechte von Geflüchteten einzusetzen. Trotz seiner Schließung Ende 2020 bleibt das Trampoline House weiterhin Teil des von ruangrupa für die documenta fifteen ins Leben gerufenen lumbung-Netzwerks.

Im Januar 2022 wird das Trampoline House als Gemeinschaftszentrum für die Rechte Geflüchteter unter dem Namen „Weekend Trampoline House“ wiedereröffnet. Das neue Haus ist im Gemeindehaus der Apostelkirche in Vesterbro in Kopenhagen untergebracht und wird von Freiwilligen betrieben. Die Wiedereröffnung als Weekend Trampoline House ermöglicht, die Arbeit für eine humane Flüchtlingspolitik fortzusetzen und bewährte Aktivitäten wieder aufzunehmen und ein Modell für eine neue, selbsttragende Organisation zu entwickeln. Außerdem entsteht eine umfangreiche Anthologie der Geschichte, Methoden, Programme und Wissensproduktion von Trampoline House, die auch das Modell für die zukünftige Einrichtung und Empfehlungen für eine neue globale Flüchtlingspolitik, die auf Solidarität und Einbezug beruht, umfasst.

Trampoline Houses Website

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