Atis Rezistans | Ghetto Biennale 

Atis Rezistans (Künstler*innen des Widerstands) ist ein sich stetig wandelndes Künstler*innenkollektiv aus der Mehrheitsbevölkerung Haitis. Es arbeitet im Viertel Grand Rue im Zentrum von Port-au-Prince, Haiti.

Auf dem Dach einer haitianischen Wohnsiedlung sitzt ein Mann auf einem großen Holzstuhl, umgeben von Bäumen, im Hintergrund Wald, im Vordergrund eine gekreuzigte, aufgehängte Puppe.

Atis Rezistans | Ghetto Biennale, The Big Chair von Joe Winter, 3. Ghetto Biennale 2013, Port-au-Prince, Foto: Multiversal Services / Lazaros

Bei der sich stetig wandelnden Community handelt es sich um eine Reihe erfahrener sowie aufstrebender jüngerer Künstler*innen, die in den Bereichen Bildhauerei und Malerei sowie neuerdings auch Fotografie, Video, Musik, Slam Poetry, Textarbeit und Performance tätig sind. Im Dezember 2009 war Atis Rezistans Gastgeber*in der 1. Ghetto Biennale, die 2008 von dem Gruppenmitglied André Eugène und seiner Partnerin, der britischen Künstlerin und Kuratorin Leah Gordon, konzipiert und ausgearbeitet wurde. Atis Rezistans lud in einem Open Call bildende Künstler*innen, Filmemacher*innen, Wissenschaftler*innen, Fotograf*innen, Musiker*innen, Architekt*innen und Schriftsteller*innen aus Haiti und der ganzen Welt ein, in das Viertel Grand Rue in Port-au-Prince zu kommen, um das Event, das seitdem alle zwei Jahre stattfindet, mitzugestalten oder mitzuerleben.

Die Beiträge von Atis Rezistans zur documenta fifteen umfassen Multimedia-Skulpturen, Künstler*innenresidenzen, Performances, Filmvorführungen und Diskussionen. In der Kirche St. Kunigundis sind Arbeiten zu sehen, die vom britischmalaysischen Architekten Vivian Chan in Zusammenarbeit mit André Eugène und Leah Gordon entworfen wurden. Die an der Decke schwebende Struktur spiegelt die Geometrie und Kakophonie der Straßen im Viertel hinter der Grand Rue in Port-au-Prince wider, sie ist inspiriert vom Werk des haitianischen Malers Préfète Duffaut. Eine große Skulptur von Papa Legba – ein „einladender Geist“ – steht im Garten der Kirche, in dem während der Ghetto Biennale gemachte Aufnahmen gezeigt werden. Die haitianischen Künstler Michel Lafleur und Harold Pierre Louis haben während eines Aufenthalts in Kassel Kunstwerke geschaffen, die am Eingang der Kirche ausgestellt sind. Zu sehen sind auch Gemälde von Herold Pierre-Louis und ein von André Eugène und Michel Lafleur geschaffenes Gedenkzelt, das an die bei dem Erdbeben im Jahr 2012 in Haiti ums Leben gekommenen Künstler*innen erinnert. In einer Reihe von Filmvorführungen werden die Arbeiten der Ghetto Biennale und Werke der beteiligten Künstler*innen gezeigt. Eine Konferenz befasst sich mit dem historischen Kontext von Atis Rezistans und der Ghetto Biennale und untersucht die Rolle des Kreyol-Konzepts konbit (einer traditionellen Form der kollektiven Arbeit), globaler Klassenpolitik in der Kunst sowie die Geschichte der haitianischen Revolution und des Vodou.

Eingeladene Akteur*innen

Adriana Benjamin
Andre Eugene
Bastian Hagedorn
Camile Chedda
Carima Neusser
Catherina Barich
Demar Brackenridge
DualForces Los Angeles
Edouard Duval-Carrie
Elizabeth Woodroffe
Evel Romain
Henrike Naumann
Herold Pierre Louis
Jean Claude Saintilus

Jean Jonas Labaze
Jean Louis Huhta
Jean Muller Milord
Jean Robert Palenquet
Jerry Reginald Chery
John Cussans
Katelyn Alexis
L
Laura Heyman
Leah Gordon
Londel Innocent
Louis Kervans
Mario Pierre Louis

Martina Vanin
Michel Lafleur
Nanne Buurman
Patrick Elie
Pedro Lasch
Roberto N Peyre
Sheldon Green
Simon Benjamin
Tom Bogaert
Vivian Chan
Wesner Bazile
Whit Forrester
Wilerme Tegenis

Ausstellungsorte

St. Kunigundis

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