The Question of Funding

The Question of Funding ist ein wachsendes Kollektiv von Kulturschaffenden und Gemeinschaftsorganisator*innen aus Palästina. Indem es mit seiner breiten Community Ressourcen, Erfahrungen und Wissen produziert, dokumentiert, sammelt und verbreitet, möchte das Kollektiv die Förderwirtschaft und deren Auswirkungen auf die kulturelle Produktion in Palästina und der Welt neu durchdenken.

Illustration zu Question of Funding zeigt auf blauem Hintergrund mit weißem Stift gemalte Punkte die wiederrum grüne Punkte umrunden. Diese sind miteinander mit Linien verbunden. Die gesamte Zeichnung enthält handschriftliche Notizen in englischer und arabischer Sprache.

The Question of Funding, The Question of Funding, 2020

The Question of Funding wurde 2019 von einer Gruppe von im Kultursektor tätigen Menschen gegründet: Darunter Mitarbeitende für nichtstaatliche, auf internationale Förderung angewiesene Kultureinrichtungen (wie das Khalil Sakakini Cultural Center, Grassroots Al-Quds und das Popular Art Center), für Stiftungen und Kulturzentren (darunter das Al-Basta Theatre, die Dalia Association und der Rawa Fund) und freie Kulturschaffende.

Das aus informellen und offenen Begegnungen innerhalb der palästinensischen Kunstszene hervorgegangene Projekt möchte die vorherrschenden, beschränkten internationalen Finanzierungsmodelle, von denen palästinensische Kultureinrichtungen nach wie vor abhängig sind, hinterfragen, diskutieren und Alternativen erarbeiten.* In diesem Bestreben weiteten sich die Tätigkeiten über den kulturellen Bereich hinaus aus und bezogen eine breitere palästinensische Gemeinschaft mit ein. Sie berührten drängende Fragen zur politischen und wirtschaftlichen Rolle kultureller Arbeit innerhalb und außerhalb der Institutionen und zu ihrem Einfluss auf kulturelle Infrastrukturen in Palästina und weltweit.

Im Mittelpunkt stand die immer wiederkehrende und dringliche Frage: „Wie können wir zusammenarbeiten?“ Als Antwort darauf möchte The Question of Funding Einzelpersonen und Kollektive zusammenbringen, die aktiv daran arbeiten, alternative wirtschaftliche Strukturen zu schaffen, die den physischen und geografischen Grenzen sowie den Restriktionen in Palästina – und auch darüber hinaus – standhalten können. Zu diesem Zweck entwickelt das Kollektiv derzeit ein gemeinschaftlich verwaltetes Wirtschaftssystem, das die lokale Produktion in verschiedenen Sektoren wie Landwirtschaft, Kunst und Kultur sowie kleinen kreativen Unternehmen unterstützen und miteinander vernetzen soll, um die gesellschaftliche Entwicklung und Einheit zu fördern.

Im Rahmen der documenta fifteen erarbeitet The Question of Funding ein gemeinschaftliches Wirtschaftsmodell, das Vertrauens- und Null-Vertrauenssysteme auf der Grundlage von Blockchain-Technologien kombiniert. Es ko-kuratiert zudem eine Ausstellung mit dem Künstler*innenkollektiv Eltiqa aus dem Gazastreifen und führt Veranstaltungen und Workshops mit verschiedenen lokalen Organisationen in Kassel durch. Außerdem ist eine Publikation von Bildbänden geplant, die von der alternativen Ökonomie berichten, die das Kollektiv in Palästina aufzubauen versucht sowie eine Website, die als interaktiver Speicher für die immer umfassender werdenden Dokumentierungen, Dialoge und Denkprozesse des Kollektivs dienen soll.

*Seit Unterzeichnung der Osloer Abkommen im Jahr 1993 haben palästinensische Kultureinrichtungen aufgrund der internationalen Finanzierung strukturelle Veränderungen erfahren und sahen sich mit einer bedingten finanziellen Förderung konfrontiert, die sich auf die künstlerische Produktion und auf die kulturelle Organisation der Gemeinschaft auswirkte.

Ausstellungsorte

WH22

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