Jimmie Durham

Jimmie Durham ist ein gegenwärtig in Europa lebender Künstler, Dichter und Schriftsteller. In den frühen 1960er Jahren begann er, sich in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung zu engagieren; das Jahr 1964 markiert den Beginn seiner bildhauerischen Tätigkeit. In den 1970er Jahren war Durham Mitbegründer und Vorsitzender des International Indian Treaty Council bei der UNO, wo seine und die Arbeit anderer Mitwirkender zur „Declaration on the Rights of Indigenous Peoples“, der Deklaration der Rechte Indigener Völker, führte.

Ein Porträt von Jimmie Durham.

Jimmie Durham, 2019, Foto: Maria Thereza Alves

International bekannt wurde Durham in den 1980er Jahren mit Objekten und Skulpturen, die aus Materialien wie Stein, Tierschädeln und -knochen sowie Holzschnitzereien bestanden, eine ironische Anspielung auf eurozentrische Vorstellungen von „indianischer Kunst“. 1987 verließ Durham die Vereinigten Staaten, um zunächst nach Mexiko und dann, 1994, nach Europa zu gehen, dessen politische Entwicklungen er seither beobachtet. Häufig stehen die Zusammenhänge zwischen Geschichte und Umwelt, Architektur und Monumentalität sowie die kritische Betrachtung politischer Machtstrukturen und Narrative über nationale Identität im Mittelpunkt seiner künstlerischen und literarischen Arbeit. In Skulpturen, Film- und Videoarbeiten, Zeichnungen und Texten beschreibt Durham allgemeine Verhaltensnormen des Zusammenlebens und das Verhältnis verschiedener Kulturen und Gesellschaften zur Natur.

Jimmie Durham hat weltweit ausgestellt, so beispielsweise auf der 58. Biennale di Venezia (2019), im MAXXI, Rom (2016), in der Serpentine Gallery, London (2015), im Neuen Berliner Kunstverein (2015), auf der dOCUMENTA (13), Kassel (2012) und auf der documenta IX, Kassel (1992), um nur einige zu nennen. 2017/18 wurde eine Retrospektive des Künstlers im Hammer Museum, Los Angeles, im Walker Art Center, Minneapolis, im Whitney Museum of American Art, New York, und im Remai Modern, Saskatoon, gezeigt. Durham wurde auf der 58. Biennale di Venezia (2019) mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet, erhielt den Robert Rauschenberg Award (2017) und den Goslarer Kaiserring (2016).

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