Fehras Publishing Practices

Fehras Publishing Practices wurde 2015 von Sami Rustom, Omar Nicolas und Kenan Darwich in Berlin gegründet. Das Künstlerkollektiv erforscht Geschichte und Gegenwart des Verlagswesens und dessen gesellschaftspolitische und kulturelle Verflechtungen im östlichen Mittelmeerraum, Nordafrika und der arabischen Diaspora.

Ein Zimmer möbliert im 60er Jahre Stil, mit grünen, plakatierten Wänden und einem großen Bücherregal. In der Mitte auf kleinen Tischen liegen weitere Stapel Bücher. Hinten auf der Wandkomode ein Radio, eine Schreibmaschine und ein Telefon.

Fehras Publishing Practices, Scenes of Borrowed Faces: Al-Sharq Bookstore, no. 1–5 (Detail), Fotoroman-Reihe, gerahmte Fotografien, Farbe, 50 x 70 cm, 2020, Courtesy Fehras Publishing Practices

Seine Recherchen führt Fehras in öffentlichen Bibliotheken, auf Buchmärkten sowie in privaten und institutionellen Sammlungen durch. Sie untersuchen Verlage und durchforsten Universitätskataloge, Zeitungs-, Radio- und Fernseharchive. Persönliche Geschichten von Verleger*innen, Memoiren, Briefe und Fotografien gehen ebenfalls in die Untersuchungen ein. Das Kollektiv initiiert Installationen, Filme, Publikationen und Vorträge.

Die Arbeit Borrowed Faces (2019 – heute) beleuchtet kulturelle Praktiken aus der Epoche des Kalten Krieges. Die erste Ausgabe von Borrowed Faces, die 2019 erschien, problematisierte das US-amerikanische Bildungsprogramm Franklin Book Program und den sowjetischen Buchmarkt. Die zweite Ausgabe, die von der documenta fifteen in Auftrag gegeben wurde, konzentriert sich auf die afro-asiatische Solidaritätsbewegung und ihre Publikationspraktiken. Sie berücksichtigt auch das Gegenprojekt, den von der amerikanischen CIA finanzierten Congress for Cultural Freedom, und dessen Eingriffe in kulturelle Produktion. Die zwischen Beirut, Kairo, Bandung, Rom, Paris, New York und Moskau gesponnene Erzählung wird von einer feministischen Diskussion über die Rolle intellektueller Frauen in den 1960er Jahren bestimmt. Als Form wählten sie den Fotoroman – ein klassisches Format dieser Zeit. Diese Fotoromane fungieren auch als spielerische Wegweiser, um in einem Studienraum, in dem Archive recherchiert und digitalisiert werden, die Öffentlichkeit zu aktivieren.

In den vergangenen Jahren stellte das Kollektiv unter anderem aus in The Mosaic Rooms, London (2021), im Haus der Statistik, Berlin (2021), auf der Ural Industrial Biennial (2021), im Crac Occitanie, Sète (2020), in der MMAG Foundation, Amman (2020), im Neuen Berliner Kunstverein (2019), in der Sharjah Art Foundation (2018), im EMST, Athen (2018), bei District Berlin (2017), im Haus der Kulturen der Welt, Berlin (2017), im SAVVY Contemporary, Berlin (2017), auf der Sharjah Biennial (2017) und in der Kunsthal Aarhus (2016). Die drei Mitglieder des Kollektivs waren Artists-in-Residence der Delfina Foundation, London, der Ashkal Alwan, Beirut, und der Villa Romana, Florenz. Für 2020/21 erhielten sie ein Stipendium des Berliner Förderprogramms Künstlerische Forschung.

Eingeladene Akteur*innen

Alex Viteri Arturo
Catalina Fernandez
Cécile Perrot
Charline Tsidie Tezangue
Cornelia Herfurtner
Ed Hichens
Erdem Şentürk
Eren Selin Akosman-Yildiz
Erwan Dambrine
Eyad Houssami
Fadwa Merkhan

Hagen Verlerger
Hana Copic
Heidi Erickson
Julian Brimmers
Lan Nguyen
Marei Loellmann
Martyna Marić-Barhanović
Merve Celikyurt
Nancy Nasr Al-Deen
Naom Gorbat
Nazila Karimy

Peimaneh Yaghoobifarah
Rasha Qass Yousef
Rayya Badran
Sina Ahmadi
Tamir Shmeltzer Frenkel Lederberg
Teodora Tabacki
Wolfgang Schlegel
Yuyu Elmi
Zekeriya Kasaboglu

Ausstellungsorte

Hafenstraße 76

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