Asia Art Archive

Die unabhängige Non-Profit-Organisation Asia Art Archive (AAA) wurde im Jahr 2000 als Antwort auf das dringende Bedürfnis gegründet, die vielfältigen Perspektiven und Narrative jüngerer Kunstgeschichte in Asien zu dokumentieren und zugänglich zu machen. Auf ihrer Website und in ihrer Bibliothek in Hongkong befindet sich eine wertvolle, frei zugängliche Materialsammlung zur bildenden Kunst. Mit ihrer Hilfe entwickelt AAA Werkzeuge und bildet Gemeinschaften, um durch Forschung, Residenzen und Bildungsprogramme eine kollektive Erweiterung von Wissen voranzutreiben.

Ein Foto aus der Asia Art Archive Library. In der Mitte befinden sich Regale mit Büchern und am linken Bildrand sitzt eine Besucher*in am Computer.

Eine Besucherin in der Asia Art Archive Library, Hongkong, 2017, Foto: Kitmin Lee

Der Aufbau der Sammlung erfolgt entlang bestimmter inhaltlicher Schwerpunkte. So werden beispielsweise Orte in Asien, an denen Kunstgeschichte geschrieben wurde, aus dem Blickwinkel des künstlerischen Schreibens, des Ausstellungsmachens und der Pädagogik betrachtet. Ideen, die Menschen über Landesgrenzen hinweg zusammenbringen, werden aufgegriffen, Tradition und zeitgenössische Formen des Ausdrucks gleichermaßen berücksichtigt, ephemere Praktiken wie Performancekunst untersucht und Leerstellen in der Kunstgeschichte oder der organisationseigenen Sammlung, wie die mangelnde Repräsentation von Frauen, aufgearbeitet.

Der Beitrag des AAA zur documenta fifteen beleuchtet die aktive Rolle, die Künstler*innen selbst bei der Bewahrung und Vermittlung von Wissen über Kunst gespielt haben. Anhand von Archivmaterial aus der Sammlung des AAA sowie Leihgaben, widmet sich der Beitrag drei Gruppen von Künstler*innenkollektiven, die sich der Dokumentation und Neuinterpretation volkstümlicher Praktiken in Asien verschrieben haben: Die Künstler*innen um die Faculty of Fine Arts im indischen Vadodara, die Teil der Living-Traditions-Bewegung im postkolonialen Indien waren, Womanifesto, ein feministisches Kollektiv aus Thailand, das vor allem zwischen 1997 und 2008 aktiv war, und ein Netzwerk von Performancekunst-Festivals, das seit den 1990er Jahren in Ost- und Südostasien entstand.

Der Abschnitt über die Kunsthochschule in Vadodara vollzieht nach, wie deren Mitglieder Jyoti Bhatt, Nilima Sheikh und K.G. Subramanyan volkstümliche Techniken bewahrten und in ihre eigene Praxis integrierten. Die Sektion über Womanifesto zeigt derweil, wie das Kollektiv Grenzen zwischen Stadt und Land überwand, indem es sein internationales Künstlerinnen-Netzwerk mit den Bewohner*innen eines Bauernhofs in der thailändischen Region Isaan zusammenbrachte. Etwa zur gleichen Zeit entstand eine Reihe von Performancekunst-Festivals, die als Experimentierlabore galten, meist jedoch Künstler*innen zeigten, die alltägliche Gesten in ihre Arbeit integrierten. Die Ausstellung dieser miteinander verflochtenen Geschichten betont den kollektiven Ethos zeitgenössischer Kunst in Asien und deren Beschäftigung mit dem Alltäglichen.

Seit Oktober 2021 kooperiert das Asia Art Archive mit dem Bereich der Kunstpädagogik der Kunsthochschule Kassel im Rahmen des Seminars „Wie mit Bildern umgehen? Rezeption im Kunstunterricht“ – eine Zusammenarbeit, die über die Laufzeit der documenta fifteen hinweg bestehen soll.

Eingeladene Akteur*innen

Arahmaiani
Aung Ko
Josef Ng
Jyoti Bhatt
K.G. Subramanyan
Karla Sachse
Ko Siu Lan

Lawan Jirasuradej
Lee Wen
Ma Liuming
Maung San Oo
Moe Satt
Nilima Sheikh
Nitaya Ueareeworakul

On-Anong Glinsiri
Phaptawan Suwannakudt
Phyu Mon
Ray Langenbach
Sanmu
Shu Yan
Varsha Nair
Womanifesto

Ausstellungsorte

Fridericianum

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