The Nest Collective

The Nest Collective ist ein interdisziplinäres Künstler*innenkollektiv aus Nairobi. Die 2012 gegründete Gruppe arbeitet in den Medien Film, Musik, Mode, bildende Kunst und Literatur. Zu ihren Filmen zählt unter anderem die queere Anthologie Stories of Our Lives, die in über 80 Ländern zu sehen war und zahlreiche Preise erhielt. Sie gründeten außerdem HEVA, einen Fonds zur Förderung ostafrikanischer Kreativunternehmer*innen – den ersten seiner Art.

Zwölf schwarz-weiß Fotografie-Porträts der Künstler*innen. Einige schauen ernst, andere lächeln, einer schaut seitlich in die Ferne, eine hat geschlossene Augen und bei einem Portät erkennt man kein Gesicht hinter dem Kettenschleier, zudem trägt diese Person auf dem Kopf drei Sitzkissen und einen knochenähnlichen Holzstapel.

The Nest Collective, Nairobi, 2020, Foto: The Nest Collective

Mit ihrer ganzheitlichen, auf angewandter Forschung basierenden Praxis produzieren The Nest Collective Filme, Mode, Literatur und Arbeiten in anderen Medien. Ihre Interventionen beziehen das Publikum über vielfältige Zugänge ein, ermutigen zur differenzierten Diskussion und Auseinandersetzung mit den aufgeworfenen Fragen und entwickeln dadurch ästhetischen und künstlerischen Wert. Ihre Arbeiten finden unterschiedliche Plattformen, Räume und Publika, darunter Wissenschaftler*innen, Kulturschaffende, zivilgesellschaftliche Akteure und junge Menschen in der Stadt.

Aus Nairobi kommend interessiert sich The Nest Collective besonders für gegenwärtige urbane Erfahrungen in afrikanischen Ländern. Sie sind für die Gruppe Ausgangspunkt für eine Beschäftigung mit ihrer eigenen Geschichte und dem Nachdenken über mögliche Zukunftsentwürfe. Obwohl die Gruppe oft auf globale Zusammenhänge und Verstrickungen reagiert, richtet sie sich in erster Linie an kenianische junge Männer und Frauen. Trotzdem freut sich The Nest Collective, wenn ihre Arbeit auch andere Zielgruppen anspricht.

Während der documenta fifteen in Kassel prangert das Kollektiv die negativen Folgen der Urbanisierung Kenias mithilfe einer imposanten Multimedia-Installation an: Return to Sender ahmt eine dystopische Müllandschaft nach. Die Installation aus Altkleidern gleicht einer Müllhalde vor der Orangerie.

Return to Sender – Delivery Details (2022) ist ein Begleitstück, das den Kontext des Müllbergs untersucht, der nur 100 Tage lang im öffentlichen Raum Kassels zu sehen ist, aber in Kenia und vielen anderen afrikanischen Ländern eine nicht enden wollende Realität darstellt. Das Video, das im Inneren der Installation gezeigt wird, betrachtet dieses schwierige Szenario aus der Sicht verschiedener Beteiligter.

Eingeladene Akteur*innen

J.P. Waithera
Jim Chuchu
Njeri Gitungo
Njoki Ngumi
Noel Kasyoka
Sunny Dolat

Ausstellungsorte

Karlswiese (Karlsaue)

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