Taring Padi

Das Institut für bürgernahe Kultur Taring Padi wurde 1998 von einer Gruppe progressiver Kunststudent*innen und Aktivist*innen als Antwort auf die gesellschaftspolitischen Umwälzungen der indonesischen Reformasi-Ära gegründet.

Karneval zum Gedenken an die Schlammtragödie von Lapindo vor 4 Jahren in Siring Barat. Menschen ziehen mit Kostümen und Pannern über die Straße.

Karneval zum Gedenken an die Schlammtragödie von Lapindo vor 4 Jahren in Siring Barat, Porong, Sidoarjo, Ostjava, Indonesien, 2010, Courtesy Taring Padi

Taring Padis künstlerische Praxis ist daher nur vor dem Hintergrund der gesellschaftspolitischen und kulturellen Solidarität der Gruppe und ihrer Aktivitäten zu verstehen. Straßenproteste, Holzschnitt-Workshops, Kunstkarnevals und Ausstellungen an ungewöhnlichen Orten sind typisch für Taring Padis Praxis kollektiver und individueller Kunstproduktion. Spontan gebildete politische Allianzen, landwirtschaftliche oder von Fischerei geprägte Gemeinschaften, aber auch ihre eigene Umgebung sind für Taring Padi Orte des gemeinsamen Arbeitens und Lernens. Transparente, Holzschnittplakate und Puppen aus Hartpappe sowie Auftritte als die beliebte Musikgruppe Dendang Kampungan sind künstlerische Mittel von Taring Padi, um sich selbst, ihre Gemeinschaft und die verschiedenen Solidaritätsaktionen, an denen sie beteiligt sind, aufzurütteln, zu informieren und zu organisieren. Im Jahr 2002 wurden Taring Padi zu einem Kollektiv. Dadurch wollte die Gruppe inklusiver werden und die persönliche Dynamik zwischen den Mitgliedern unterstützen, ohne ihren progressiven, militanten Charakter aufzugeben oder sich von ihrer Auffassung von Kunst als Katalysator sozialen Wandels zu verabschieden.

Zuletzt produzierte Taring Padi eine Serie von Holzschnitt-Plakaten, die eine saubere und faire Parlamentswahl in Indonesien forderten (2018/2019), sowie zwei großformatige Banner zu Menschenrechten und den Belangen der indigenen Bevölkerung Neuguineas innerhalb der Black-Lives-Matter-Bewegung (2020). Taring Padi nahmen an der Ausstellung Polyphony: South East Asia im Art Museum of Nanjing University of the Arts (2019) teil.

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