Die vertikale Farm in Waldau, Kassel

osVVertical

Nachhaltiges Handeln ist zentral für alle Bereiche der Ausstellungsplanung und die künstlerische Praxis im Rahmen der documenta fifteen. Auch in der Bildung junger Menschen spielen das Thema Nachhaltigkeit und die Konzepte ihrer praktischen Umsetzung eine zentrale Rolle.

Das Projekt osVVertical führt eine Möglichkeit klimaschonend zu handeln in der Praxis vor: am Beispiel einer vertikalen Farm.

documenta fifteen Nachhaltigkeitsprojekt: osVVertical, Kassel, Foto: Nicolas Wefers

Schüler*innen lernen dabei den nachhaltigen Anbau von Gemüse kennen. osVVertical ist eine Kooperation der Offenen Schule Waldau, der GWGpro, Smart Kassel und dem Büro MOST gartenlandschaften mit der documenta fifteen. Die Schüler*innen bauen das Gemüse selbst an und teilen der Praxis von lumbung entsprechend nicht nur ihre Ernte, sondern tauschen auch ihr Wissen untereinander sowie mit der Öffentlichkeit aus. Das Besondere ist, dass die Beete in einem ausrangierten, durch Schüler*innen gemeinsam mit lumbung member Wajukuu Art Project gestalteten See-Container nicht wie üblich flach auf dem Boden, sondern unter Einsatz neuester Landwirtschaftstechnologie aus Schweden vertikal angelegt werden. Dieses Vorgehen ist besonders effizient und nachhaltig und ein gutes Beispiel für Kreislaufwirtschaft.

documenta fifteen Nachhaltigkeitsprojekt: osVVertical, Kassel, Foto: Nicolas Wefers

Die vertikale Farm erzeugt auf 30 m2 so viel Obst und Gemüse wie eine Ackerfläche von 6.000 m2. Die Schüler*innen ernten über das ganze Jahr hinweg jeweils sieben Wochen nach der Aussaat. Der Container schützt die Produkte gegen äußere Einflüsse durch Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen. Danach verarbeiten die Köch*innen das frische Obst und Gemüse in der Schulküche. Transportwege fallen somit nicht an. Dadurch, dass die Luft im Container gefiltert wird, sind die geernteten Produkte ungewaschen verzehrbar. Außer Arbeit spart das auch Wasser.

Wegen der außerordentlich hohen Produktivität der vertikalen Farm muss der Großteil der Produkte an Dritte veräußert werden, obwohl die Schule täglich nahezu 900 Schüler*innen verpflegt. Da die meisten Pflanzen mit Wurzel geerntet werden, können sie im Kühlhaus bis zu zwei Wochen lagern.

Gesunde Ernährung ist bereits ein zentraler Bestandteil des Konzepts der Offenen Schule Waldau. Alle Nahrungsmittel stammen aus biologischem Anbau. Dies ermöglicht der Mensaverein, welcher auch das Projekt osVVertical trägt. Die GWG Projektentwicklung GmbH (GWGpro) ist als Tochtergesellschaft der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel mbH (GWG) für die Umsetzung von kommunalen Bauvorhaben tätig. Derzeit entwickelt sie im Auftrag der Stadt Kassel den Neubau der Offenen Schule Waldau und setzt dabei auf höchste Nachhaltigkeitsstandards. Das Büro MOST gartenlandschaften plant Anlagen im Freien auf nachhaltiger Basis und ist für den Entwurf der vertikalen Farm mitverantwortlich.

Das Projekt osVVertical ist eines von mehreren langfristig angelegten Nachhaltigkeitsprojekten, das entsprechend der Konzeption der documenta fifteen ökologische, ökonomische, künstlerische und soziale Faktoren vereinen soll. Weitere Projekte sind die Kooperation mit HessenForst im hessischen Reinhardswald sowie das Sustainable Village Project und das Semah Bumi Festival in Indonesien. Ein Euro jedes verkauften documenta fifteen-Tickets kommt diesen Nachhaltigkeitsprojekten zugute.

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