18.6.2020

Vorstellung des Künstlerischen Teams der documenta fifteen

Das Artistic Team der documenta fifteen bei seinem ersten Treffen in Tanakita, Indonesien
Assembly des Künstlerischen Teams mit ruangrupa in Tanakita, 2019, Foto: Jin Panji

Wir beabsichtigen Rollen, Autorschaft, Arbeit und Ideen von Anfang an zu teilen. Wir betrachten diese Vielfältigkeit als Reichhaltigkeit, die uns einen idealen Ausgangspunkt eröffnet. In diesem Sinne sind wir tief in unsere Prozesse der Vergangenheit eingetaucht und haben die Erfahrungen der letzten zwanzig Jahre Revue passieren lassen.

Da wir die Freundschaft als höchstes Gut wertschätzen, haben wir bereits früh unsere engen Verbündeten eingeladen. Sie haben sich nun als Künstlerisches Team der documenta fifteen zusammengefunden. Einige von ihnen, wie Gertrude Flentge, kennen wir so lange wie es uns gibt (bevor ruangrupa sich überhaupt ruangrupa nannte) bzw. aus gemeinsamen Zeiten an der Hochschule, durch Künstler*innenstipendien, die Schaffung von Netzwerken oder über künstlerische und kuratorische Projekte. Gertrude spielt mit ihrer Vision, ihren Werten und ihrer Anteilnahme eine wichtige Rolle bei der Einbindung verschiedener Initiativen in den Ländern des einst so genannten globalen Südens. ruangrupa hat früher bereits mit Gertrude an den Projekten von RAIN und ArtsCollaboratory zusammengearbeitet. Insofern ist unsere Kooperation mit ihr für die documenta fifteen geradezu sinnfällig.

Das Artistic Team der documenta fifteen bei seinem ersten Treffen in Kassel

Assembly des Künstlerischen Teams mit ruangrupa in Kassel 2019, Foto: Nicolas Wefers

Mit anderen wie Frederikke Hansen und Lara Khaldi haben wir anlässlich verschiedener Projekte in unterschiedlichen Kontexten ebenfalls bereits zusammengearbeitet. Wir kennen Fred, die eine Hälfte des kuratorischen Kollektivs Kuratorisk Aktion, durch verschiedene Austauschprogramme zwischen Nord und Süd seit den frühen 2000er Jahren. Eine ungewöhnliche Verbindung in der zeitgenössischen Kunstszene, die wir durch die Jahre aufrecht erhalten haben. Mit Lara hingegen arbeiten wir noch nicht so lange zusammen: Sie erschien 2015 auf unserer Türschwelle, als sie Jakarta mit einer Gruppe von anderen jungen Kurator*innen des De Appel Curatorial Programme besuchte. Da Lara in Jerusalem ansässig war, war eine Zusammenarbeit bislang weitgehend unmöglich. Obwohl ihre jüngsten Projekte geografisch sehr weit enfernt waren, standen sie mit ihrer Sensibilität ruangrupa sehr nahe.

Eine unserer Arbeitsweisen besteht darin, mit anderen Zeit zu verbringen und Gespräche zu führen. Aus Zuhören entsteht eine Vertrautheit zu Personen und ihren jeweiligen Kontexten. Der Umstand, dass nur ein Mitglied von ruangrupa schon einmal eine documenta und Kassel als Stadt erlebt hat, ließ uns schnell erkennen, dass wir vor Ort Anknüpfungspunkte brauchen. Es war wichtig für uns, aus früheren Erfahrungen lernen zu können, indem wir mit unseren neuen, in Kassel ansässigen Freundinnen zusammenarbeiten. Ayşe Güleç hat an mehreren documenta Ausstellungen mitgewirkt und engagiert sich seit langer Zeit als Aktivistin in diversen Kasseler und überregionalen Communities. Sie passt daher perfekt zu uns. Andrea Linnenkohl betrachten wir aufgrund ihrer Erfahrung in verschiedenen zur documenta gehörenden Abteilungen und bei vergangenen documenta Ausstellungen als ideales Verbindungsglied zwischen uns und den Institutionen der Stadt Kassel und darüber hinaus. Mit dem Eintreten dieser Personen in unser Künstlerisches Team können wir nun beginnen, Visionen zu entwickeln, hart zu arbeiten, zu plaudern und zusammenzusitzen, und uns an der Entwicklung der documenta fifteen zu erfreuen.

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Allgemein ruangrupa

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