lumbung calling: Genügsamkeit

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Die siebenteilige Gesprächsreihe lumbung calling bildet den Auftakt zum Begleitprogramm der documenta fifteen, genannt Meydan. Jede Ausgabe der Reihe widmet sich einem der lumbung-Werte: Lokale Verankerung, Humor, Unabhängigkeit, Großzügigkeit, Transparenz, Genügsamkeit und Regeneration. Das Format blickt auf den Hintergrund des künstlerischen Ansatzes der documenta fifteen und beleuchtet das Thema lumbung aus verschiedenen Perspektiven. In Gesprächen mit einer Vielzahl unterschiedlicher Gäste geht lumbung calling den zahlreichen Bedeutungen von lumbung über verschiedenartige Disziplinen, Standpunkte und Kontexte hinweg in einem künstlerischen Rahmen nach.

lumbung calling findet jeden ersten Samstag im Monat statt. Von April bis Oktober 2021 führen die Künstlerin Jumana Emil Abboud und Mirwan Andan, Mitglied von ruangrupa, durch die siebenteilige Gesprächsreihe und begrüßen unterschiedliche Gäste.

Die sechste Ausgabe von lumbung calling widmet sich dem lumbung-Wert Genügsamkeit. Menschliches Streben hat zu Entdeckungen auf allen nur erdenklichen Feldern geführt – es brachte die Menschheit sogar zu anderen Planeten. Dagegen scheint der Wert der Genügsamkeit heute völlig aus der Mode gekommen zu sein, gelten Sparsamkeit und Bescheidenheit doch als Zeichen des Mangels. Die Säulen des Herakles wurden längst durchfahren – der Warnung Non plus ultra („Nicht mehr weiter“) zum Trotz, die Seeleute vor der Weiterfahrt warnte.

Diese Ausgabe von lumbung calling untersucht die Grenzen von Genügsamkeit: Wann ist etwas genug? Wie können diese Grenzen verschoben werden, wer oder was definiert sie? Paula Fleisner, Professorin für Ästhetik an der Universidad de Buenos Aires, spricht über Genügsamkeit innerhalb eines größeren, von unterschiedlichen Spezies geteilten Ökosystems. Der Künstler Christopher Cozier denkt über das Verhältnis von Genügsamkeit und Selbstbestimmung nach, und erkennt in der Praxis des gayap und anderen karibischen Traditionen gemeinsamer Arbeit Wege, herrschende Vorstellungen von Knappheit und Überfluss zu überdenken.

Gäste und Hosts

Paula Fleisner promovierte in Philosophie an der Universidad de Buenos Aires, an derer philosophischer Fakultät sie nun Ästhetik lehrt. Ihr Forschungsinteresse gilt der theoretischen Eingrenzung einer post-menschlichen materialistischen Ästhetik. Sie forscht am Nationalen Rat für wissenschaftliche und technologische Forschung (CONICET) Argentiniens und ist Mitglied zahlreicher Forschungsgruppen zu zeitgenössischer Ästhetik und Philosophie. Fleisner ist Autorin des Buchs La vida que viene. Estética y Filosofía Política en el pensamiento de Giorgio Agamben (2015) sowie Mitherausgeberin der Sammelbände Indisciplina. Estética, política y ontología en la revista Documents (2018) und El situacionismo y sus derivas actuales. Acerca de las relaciones entre arte y política en la estética contemporánea (2015). Außerdem schrieb sie den Roman La chunda, der auf der Vorstellung ihrer verstorbenen Schwester vom Leben als verworrener animistischer Masse basiert. Fleisner ist Mitglied von Colectiva Materia, einer Gruppe von Philosophinnen, die zu post-menschlichem Materialismus forscht. Sie ist außerdem Teil von La Intermundial Holobiente, eines mehr als menschlichen künstlerischen Quartetts.

Christopher Cozier lebt und arbeitet als Künstler in Trinidad. Er ist Ko-Direktor von Alice Yard in Port of Spain. Durch seine Notizbuch-Zeichnungen und von aufgezeichneten Performances ausgehenden Installationen untersucht Cozier, wie historische und aktuelle karibische Erfahrungen ein neues Verständnis der heutigen Welt eröffnen können. Zuletzt stellte er bei der 11. Liverpool-Biennale (2021), der 14. Sharjah-Biennale (2019), und The Sea is History im Historisk museum Oslo (2019) aus und gestaltete das Begleitprogramm der 10. Berlin Biennale (2018) mit. Seine Arbeiten waren in zahlreichen Gruppenausstellungen zu sehen, unter anderem Relational Undercurrents, Museum of Latin American Art, Long Beach (2017), Entanglements, MSU Broad, Michigan (2015), Afro Modern: Journeys through the Black Atlantic, Tate Liverpool (2010), Infinite Island, Brooklyn Museum (2007) sowie auf der 5. und 7. Havanna-Biennale (1994, 2000). 2013 erhielt er den Prince Claus Award, sowie 2004 einen Pollock-Krasner Foundation Grant.

Jumana Emil Abboud ist Künstlerin, deren kreatives Interesse der Oral History sowie persönlichen und kollektiven Geschichten und Mythologien gilt, insbesondere Volkserzählungen und Orte ihrer An- und Abwesenheit. In ihrer künstlerischen Praxis nutzt sie Storytelling, performative Elemente und Workshop-Methodologien, um das Verhältnis von Zeit und Ort, dem Menschlichen und Nichtmenschlichen zu untersuchen. Durch ihre Beschäftigung mit Erinnerung, Bindung und Enteignung begegnet Abboud dem Ringen um Kontinuität in politischen, ökologischen und kulturellen Kämpfen. Ihre Arbeiten waren unter anderem bei The Jerusalem Show (2018), im BALTIC Centre for Contemporary Art, Gateshead (2016) sowie auf der Sharjah Biennale (2017), der Istanbul Biennale (2015) und der Venedig Biennale (2009) zu sehen. Sie war Resident bei Sakiya – Art/Science/Agriculture, Ramallah, der Delfina Foundation, London, der Arts Initiative Tokyo und im Gästeatelier Krone, Aarau. Derzeit promoviert Jumana Emil Abboud an der Slade School of Fine Art des University College London.

Mirwan Andan ist Mitglied von ruangrupa, der Künstlerischen Leitung der documenta fifteen.

Undine Schäfer ist Gebärdensprachdolmetscherin in Göttingen.

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Sprache

In englischer Sprache, übersetzt in Gebärdensprache (International Sign)

Anmeldung

Keine Anmeldung erforderlich

Alle lumbung calling Termine

Lokale Verankerung, 3. April 2021
Humor, Samstag, 1. Mai 2021
Unabhängigkeit, Samstag, 5. Juni 2021
Großzügigkeit, Samstag, 3. Juli 2021
Transparenz, Samstag, 7. August 2021
Genügsamkeit, Samstag, 4. September 2021
Regeneration, Samstag, 2. Oktober 2021

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