lumbung calling: Großzügigkeit

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Die siebenteilige Gesprächsreihe lumbung calling bildet den Auftakt zum Begleitprogramm der documenta fifteen, genannt Meydan. Jede Ausgabe der Reihe widmet sich einem der lumbung-Werte: Lokale Verankerung, Humor, Unabhängigkeit, Großzügigkeit, Transparenz, Genügsamkeit und Regeneration. Das Format blickt auf den Hintergrund des künstlerischen Ansatzes der documenta fifteen und beleuchtet das Thema lumbung aus verschiedenen Perspektiven. In Gesprächen mit einer Vielzahl unterschiedlicher Gäste geht lumbung calling den zahlreichen Bedeutungen von lumbung über verschiedenartige Disziplinen, Standpunkte und Kontexte hinweg in einem künstlerischen Rahmen nach.

lumbung calling findet jeden ersten Samstag im Monat statt. Von April bis Oktober 2021 führen die Künstlerin Jumana Emil Abboud und Mirwan Andan, Mitglied von ruangrupa, durch die siebenteilige Gesprächsreihe und begrüßen unterschiedliche Gäste.

Die vierte Ausgabe von lumbung calling widmet sich dem lumbung-Wert Großzügigkeit. In materieller sowie emotionaler Hinsicht ist Großzügigkeit, oder die Bereitschaft zu geben, unerlässlich für den Aufbau von Netzwerken. Sie wirkt als Mittel gegen Wettbewerb, Rivalität und Knappheit – kapitalistische Werte, die die Gegenwart bestimmen. In der lumbung-Praxis zeigt sich Großzügigkeit besonders als Ausweitung von Vorstellungsräumen durch Vernetzung und Zusammenarbeit. Da Wissen divers ist, kann es weder besessen noch beansprucht werden. Im Sinne von  lumbung sind Zeit und Aufmerksamkeit unerschöpfliche Ressourcen, die großzügig geteilt werden, um stärker integrierte Ecosysteme zu schaffen.

In dieser Ausgabe sprechen die Künstlerin Yasmine Eid-Sabbagh und der Gründer des Festival sur le Niger, Mamou Daffé, über die Komplexität des Gebens. Yasmine Eid-Sabbagh thematisiert, wie das Zugänglichmachen von Archiven einerseits einen wichtigen philanthropischen Akt darstellt, andererseits aber auch unerwartete Probleme aufwerfen kann. Mamou Daffé gibt einen Einblick in die Wichtigkeit des Teilens für die Fondation Festival sur le Niger, die für das bedeutendste Kulturereignis Westafrikas zuständig ist, das Festival sur le Niger. Dazu stellt er den Begriff des Maaya-Unternehmergeists vor, einer humanistischen Vorstellung der Beziehung zwischen Individuum und Gemeinschaft.

Gäste und Hosts

Die Künstlerin Yasmine Eid-Sabbagh beschäftigt sich in experimentellen, kollektiven Arbeitsprozessen mit den Potentialen menschlicher Agency. Dies umfasst unter anderem eine Kollaboration mit den Bewohner*innen des palästinensischen Flüchtlingslagers Burj al-Shamali nahe der Stadt Tyros im Libanon, oder radikale pädagogische Projekte wie Ses Milanes-créixer a la natura, ein selbstorganisierter Waldkindergarten im spanischen Bunyola, der die Natur als Infrastruktur nutzt. In Eid-Sabbaghs Praxis dient Fotografie der gemeinschaftlichen Erforschung von Kollektivität, Macht und Ausdauer, so zum Beispiel bei ihrem Engagement für die Arab Image Foundation, einer von Praktiker*innen geleiteten Archivinstitution, oder als Schwerpunkt ihrer 2018 abgeschlossenen Promotion in Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Mamou Daffé beschäftigt sich als Kunst- und Kulturmanager mit sozialer Innovation. Er ist Teil einer neuen Generation von Aktivist*innen, die ökonomisch, kulturell und sozial wirkungsvolle Projekte entwickeln. 2005 gründete er das Festival sur le Niger, ein künstlerisches Projekt in Mali, das Kulturförderung mit dem Ziel verbindet, mit Hilfe von Kunst die lokale Wirtschaft anzukurbeln. Die Fondation Festival sur le Niger ist lumbung member der documenta fifteen. Daffé ist zudem Initiator eines von den humanistischen Werten Malis ausgehenden Modells für soziales Unternehmertum, das er als Maaya-Unternehmergeist bezeichnet. Gemeinsam mit Künstler*innen und anderen Kulturschaffenden gründete er 2018 den African Culture Fund (AFC), dessen Präsident er ist. Von 2015 bis 2017 saß er dem Arterial Network, einem pan-afrikanischen Netzwerk von Kulturschaffenden vor. 2011 gründete er das Centre Culturel Kôrè, ein subregionales Zentrum für die Entwicklung von Kunst und Kultur, sowie IKAM, ein Institut zur Förderung von Berufen im Kunstbereich in Mali und darüber hinaus.

Jumana Emil Abboud ist Künstlerin, deren kreatives Interesse der Oral History sowie persönlichen und kollektiven Geschichten und Mythologien gilt, insbesondere Volkserzählungen und Orte ihrer An- und Abwesenheit. In ihrer künstlerischen Praxis nutzt sie Storytelling, performative Elemente und Workshop-Methodologien, um das Verhältnis von Zeit und Ort, dem Menschlichen und Nichtmenschlichen zu untersuchen. Durch ihre Beschäftigung mit Erinnerung, Bindung und Enteignung begegnet Abboud dem Ringen um Kontinuität in politischen, ökologischen und kulturellen Kämpfen. Ihre Arbeiten waren unter anderem bei The Jerusalem Show (2018), im BALTIC Centre for Contemporary Art, Gateshead (2016) sowie auf der Sharjah Biennale (2017), der Istanbul Biennale (2015) und der Venedig Biennale (2009) zu sehen. Sie war Resident bei Sakiya – Art/Science/Agriculture, Ramallah, der Delfina Foundation, London, der Arts Initiative Tokyo und im Gästeatelier Krone, Aarau. Derzeit promoviert Jumana Emil Abboud an der Slade School of Fine Art des University College London.

Mirwan Andan ist Mitglied von ruangrupa, der Künstlerischen Leitung der documenta fifteen.

Undine Schäfer ist Gebärdensprachdolmetscherin in Göttingen.

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Sprache

In englischer Sprache, übersetzt in Gebärdensprache (International Sign)

Anmeldung

Keine Anmeldung erforderlich

Alle lumbung calling Termine

Lokale Verankerung, 3. April 2021
Humor, Samstag, 1. Mai 2021
Unabhängigkeit, Samstag, 5. Juni 2021
Großzügigkeit, Samstag, 3. Juli 2021
Transparenz, Samstag, 7. August 2021
Genügsamkeit, Samstag, 4. September 2021
Regeneration, Samstag, 2. Oktober 2021

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