14.4.2022

Stellungnahme zur aktuellen Berichterstattung über die Antisemitismus-Vorwürfe

Aufgrund der aktuellen Presseberichterstattung, in der Zitate der Generaldirektorin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH, Dr. Sabine Schormann, unvollständig wiedergegeben und unzutreffend interpretiert werden, besteht Anlass zu folgenden Klarstellungen in Hinblick auf die Haltung der documenta und ihrer Generaldirektorin:

Jede Form von Antisemitismus oder antisemitischen Äußerungen, seien sie direkt oder indirekt, werden von der documenta abgelehnt und nicht toleriert. Eine gruppenbezogene oder individuelle Menschenfeind­lichkeit oder Diskriminierung gegenüber jüdischen Personen ist für die documenta nicht akzeptabel. Hierzu hatte sich die documenta u.a. in zwei Statements bereits Anfang des Jahres eindeutig positioniert. Diese richteten sich auch gegen jede Form von Rassismus.

Soweit BDS-Anhänger*innen antisemitische Positionen vertreten, wird dies von der documenta nicht geschützt. Die documenta darf kein Forum bzw. keine Plattform sein, Antisemitismus zu verbreiten oder zu tolerieren. Die documenta redet nicht, wie behauptet, Antisemitismus als mögliche Nebenfolge des Rechts auf Kunst- und Meinungsfreiheit herunter. Zu einer solchen Aussage gibt es keinen Anlass. Die documenta blendet auch nicht aus, dass es verstärkt Antisemitismus gibt. Diese Entwicklung hat die Generaldirektorin ausdrücklich als „entsetzlich“ bezeichnet.

Als internationale Kunstveranstaltung muss die documenta als wichtige Plattform des internationalen kulturellen Austauschs in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft – ihrem Bildungsauftrag gemäß – die Rahmenbedingungen für multiperspektivische, differenzierte und kritische Diskussionen bieten. Dabei dürfen die Grenzen zum Antisemitismus und Rassismus nicht überschritten werden.

Dieser Raum soll mit der Gesprächsreihe We need to talk! Art – Freedom – Solidarity, deren Konzeption und Teilnehmer*innen inzwischen bekannt sind, ermöglicht werden.

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